Stell dir vor, es ist dein erster Arbeitstag – und keiner geht hin

Stell dir vor, es ist dein erster Arbeitstag – und keiner geht hin

Es ist Mittwoch, der 22. April 2020, 22.30 Uhr. Ich sitze auf der Couch – aber nicht, wie ursprünglich geplant, im Hotelzimmer in Gütersloh, sondern in meiner Wohnung in Wiesbaden. Morgen ist es so weit: Ich trete meinen neuen Job an und werde Teil der Bertelsmann-Familie! In den kommenden sieben Tagen steht das „CMP Bootcamp“ auf dem Plan. Auf uns, die vier neuen CMPler, warten zahlreiche Vorträge, Übungen und Seminare. Vor allem sollen wir das Unternehmen kennenlernen, Kolleginnen und Kollegen aus der Bertelsmann-Welt treffen und unsere BWL-Kenntnisse erweitern.

Angekommen in der neuen Normalität

Schon komisch: Da fängt man einen neuen Job an und sollte eigentlich in Gütersloh sein – aber dieses Jahr ist irgendwie alles anders. Die vielzitierte „neue Normalität“ betrifft auch mich, begleitet von vielen Fragezeichen. Wie soll das funktionieren, eine Woche lang virtuell das Unternehmen kennenzulernen? Geht das überhaupt, eine Beziehung zu Menschen aufzubauen, die man noch nie gesehen hat? Und natürlich: Wie komplex werden die BWL-Themen? Deckt sich das, was mir bevorsteht, mit meinen bisherigen Erfahrungen und meinem Wissen? Ich schließe die Augen und denke zurück. Seit ich meine Bewerbung für das Creative Management Program bei Bertelsmann abgeschickt habe, ist etwa ein halbes Jahr vergangen. Vieles ist in der Zwischenzeit passiert. Ich habe meine Trainee-Kollegen kennengelernt, mich dazu entschieden, meine erste Station bei der RTL AdConnect zu machen, und dort auch schon einige zukünftige Kolleginnen und Kollegen kennengelernt – natürlich, wie so vieles in diesen speziellen Zeiten, virtuell.

Alles halb so wild

Der Wecker klingelt, ich stehe auf und mache mich fertig. Natürlich wahren wir erstmal die Etikette, also rein in den Anzug und ab zur Kaffeemaschine. Die Vorfreude steigt auf einmal, und das zu Recht. Im Call angekommen, werden wir von freundlichen, uns teilweise bekannten Gesichtern willkommen geheißen. Die Atmosphäre ist gelöst und freudig angeregt. Es ist dasselbe wertschätzende und beruhigende Gefühl, das ich schon aus dem Assessment-Center in Berlin kenne. Zunächst lernen wir einander kennen. Wir sprechen über uns und darüber, was uns bewegt, wer wir sind und wo wir eines Tages hinwollen, bevor wir unsere gegenseitigen Erwartungen an das Bootcamp und die kommenden Tage austauschen. Und glaubt mir: Der Begriff „Bootcamp“ klingt in diesem Kontext furchteinflößender, als es ist.

Wenn es passt, dann passt es auch virtuell

Rückblickend verging diese Woche „Bootcamp“ wie im Flug. In den ersten beiden Tagen ging es darum, uns untereinander und das Unternehmen intensiv kennenzulernen. Auch hochrangige Persönlichkeiten aus dem Konzern haben sich für uns Zeit genommen, um uns in dieser herausfordernden Zeit die Sorgen zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schwer mit Worten zu beschreiben und ich kann es mir selbst auch nicht so richtig erklären, aber in den ersten beiden Tagen sind wir vier nicht nur untereinander, sondern auch mit unseren Kolleginnen von HR und aus der Verwaltung sowie mit unseren externen Coaches enger zusammengerückt. Was mich in diesen beiden Tagen neben den ganzen spannenden und teils auch wirklich unterhaltsamen Inhalten besonders begeistert hat, ist, wie gut uns das Unternehmen schon kannte. Ich hatte ab Tag eins das Gefühl, dass jeder einzelne von uns genauso bewusst ausgewählt wurde, wie wir uns bewusst für dieses Programm entschieden haben. Kurzum: Ich habe mich richtig wohl gefühlt.

Management in der Praxis

Ab dem dritten Tag ging es dann aber wirklich ans Eingemachte. Mit unserer Trainerin Roberta, einer absoluten Expertin, beschäftigten wir uns in den folgenden drei Tagen mit allem, was das Leben eines Managers beruflich prägt. Wir sprachen über die Grundlagen der BWL und darüber, wie Businesspläne aussehen, wie sie gestaltet werden und welche Funktion sie haben. Wir analysierten Wertschöpfungsketten, Bilanzen und Geschäftsberichte und sprachen über diverse Themen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz und Herausforderungen für Unternehmen im 21. Jahrhundert. Obwohl mir viele der Themen durch meinen bisherigen Werdegang bekannt waren, war das Bootcamp inhaltlich extrem wertvoll. Vor allem, weil ich in meiner vorherigen Position als Nachrichtenreporter lange nicht mehr praktisch in Kontakt mit solchen Fragestellungen stand. Sowohl bei den inhaltlichen Aufgaben und Vorträgen, als auch bei den allgemeineren Punkten auf der Agenda wurde immer wieder rotiert, sodass jeder die Gelegenheit hatte, mit jedem anderen Trainee zusammenzuarbeiten. Dabei haben wir sowohl die Themen, als auch die Kollegen besser kennengelernt – und das war wichtig, um in dieser Zeit eng zusammenzuwachsen.
Nach knapp vier Monaten ziehe ich das Fazit, dass die Kenntnisse aus dem Bootcamp eine enorme Praxisnähe aufweisen. In meiner aktuellen Funktion bin ich mit dem Rollout einer neuen Technologie betraut. Dass wir im Detail über Businesspläne und Wertschöpfungsketten gesprochen haben, war also auch für die Praxis sehr hilfreich. Die Fragen und Zweifel, die ich am Vorabend des Bootcamps auf der Couch in meiner Wohnung hatte, sind mittlerweile alle verflogen. Bis ich zum ersten Mal im Büro der RTL AdConnect sein konnte, um Kollegen „in echt“ zu treffen, vergingen aber noch über drei Monate im Homeoffice. Vor einigen Tagen traf ich dann in Köln meine Trainee-Kollegin Sophie erstmals persönlich. Man mag es kaum glauben, aber es war genauso wie auch mit meinen Kollegen bei RTL AdConnect: Es fühlte sich an, als hätten wir uns schon von Anfang an „in echt“ gesehen und das Bootcamp auch physisch miteinander erlebt.

Hier ein kleines Highlightvideo zum CMP und dem diesjährigen Bootcamp: