„Culture eats strategy for breakfast“

„Culture eats strategy for breakfast“

Knapp eine Woche nach unserem letzten Trainingsmodul schaue ich meine Notizen, die ich während der drei Tage gemacht habe, durch. Der Satz „Culture eats strategy for breakfast“ springt mir dabei besonders ins Auge. Ein simpler Satz, der lange nachhallt und wichtige Learnings des Trainings zusammenfasst.

Strategie & Kultur, zwei Themen, mit denen wir uns im dritten Trainingsmodul des Creative Management Program Anfang September besonders intensiv auseinandergesetzt haben. Themen, die unser Programm durchgehend begleiten. Besonders präsent werden diese Aspekte spätestens bei einem Stationswechsel. So banal es klingt, in Sachen Kultur fängt es am ersten Tag in einer neuen Station schon bei der Kleiderwahl an, geht über die Frage nach dem Du oder Sie und endet mit der Lunch-Kultur. Natürlich geht es darüber hinaus noch viel weiter, aber allein aus diesen vermeintlich kleinen Normen lässt sich einiges über die jeweilige Unternehmenskultur ableiten. Eng damit verbunden ist für mich die Unternehmensstrategie. Wie im eingangserwähnten Zitat schon betont, kann kaum etwas in der Strategiearbeit umgesetzt werden, wenn es die Kultur und die damit einhergehenden Rahmenbedingungen nicht hergeben. Beides kann man natürlich über die Zeit verändern und anpassen, aber das ist ein langer Prozess, der nicht von jetzt auf gleich stattfindet.

Buzzword-Bingo: Von Agilem Arbeiten bis Generation Z

Womit wir beim Thema Change landen. Mit meinen etwas über 1,5 Jahren Berufserfahrung nach dem Studium könnte ich gefühlt schon ein ganzes Buch über die persönlichen Eindrücke und Beobachtungen zum Thema Change schreiben. Von völlig unterschätzten und überschätzten Dingen berichten und immer wieder darüber staunen, wie unterschiedlich Menschen auf Veränderung reagieren. Während des Trainings haben wir viel über Change in Unternehmen gesprochen und diskutiert und sind natürlich ebenso unvermeidlich auf die ganzen Buzzwords gekommen, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen. Ich persönlich habe eher eine generelle Abneigung gegenüber Buzzwords entwickelt. Korrektur: Eine Abneigung gegenüber der inflationären Nutzung dieser Wörter. Agiles Arbeiten, New Work, Ownership, VUCA – you name it. Ich habe oftmals das Gefühl, dass mit diesen Begriffen um sich geschmissen wird, weil es irgendwie smart klingt und trendy ist. Wird aber immer hinterfragt, ob es für das jeweilige Business relevant und sinnhaft ist?

Der Satz „Wir machen jetzt mal ein bisschen agiles Arbeiten.“ ist mir im Bertelsmann-Kosmos zum Glück noch nie begegnet. Meine erste (gedankliche) Reaktion wäre glaube ich: „Please don’t.” Agiles Arbeiten eignet sich nicht für jedes Unternehmen, jedes Projekt oder jede Person und das ist auch gut so. Agiles Arbeiten ist kein Allheilmittel, sondern eine möglicher Ansatz – das gerät zu oft in Vergessenheit. Mit den bisherigen Erfahrungen im CMP kann ich sagen, dass die wichtigen Fragen nach der Relevanz und Sinnhaftigkeit nicht nur gestellt, sondern auch beantwortet werden. In meiner ersten Station bei der Verlagsgruppe Random House durfte ich beispielsweise an einem zweitägigen Agilitäts-Workshop teilnehmen. Wir haben die Grundprinzipien von Scrum und anderen Methoden vermittelt bekommen und gemeinsam erarbeitet, ob und was wir davon für unser anstehendes Projekt gebrauchen können. Viele Komponenten aus der Scrum-Methodik haben wir in unsere Projektarbeit übernommen, aber genauso auch ganz bewusst Dinge verworfen, weil sie nichts zum Erfolg des Projekts beigetragen hätten.

Auch die anderen berichten während des Trainings von ihren Erfahrungen mit Kultur, Strategie und Change in ihren Stationen und es zeichnet sich ein generelles Bild ab: Die Integration von neuen Konzepten, wo sie Sinn machen und das Ausklammern dieser Konzepte in Bereichen, für die es keinen Mehrwert bietet. Meine erste (gedankliche) Reaktion zu den Berichten bezüglich dieser Projekte: „Please do.“

CMP-Reunion: Von Gütersloh nach Berlin

Geleitet wurde das Training von zwei externen Trainerinnen, die uns auch schon in unserer Einführungswoche, dem „CMP-Bootcamp“, begleitet haben. Knapp ein Jahr nach dem Bootcamp finden wir uns in der Konstellation dieses Mal nicht im Corporate Center in Gütersloh, sondern – um beim Thema Buzzwords zu bleiben – in einem Creative Space in Berlin wieder. Bei viel Kaffee und Hipster-Limos (wie es sich eben für ein Creative Space in Berlin Mitte gehört) ist die Atmosphäre trotz des vielen Inputs ausgelassen. Das Training hat nichts mit Frontal-Unterricht zu tun, es geht um Austausch, Diskussion, interessante Cases und gemeinsames Number Crunching. Gerade deswegen sind die Trainingsmodule so wertvoll für mich: Die Chance zu haben, Erfahrungsberichte mit den anderen CMPlern auszutauschen, Themen zu diskutieren und einen tieferen Einblick in die jeweilige Division der anderen zu bekommen. Nach knapp einem Jahr im CMP hat jeder von uns nun schon zwei Stationen durchlaufen und hat dementsprechend viel zu erzählen. Obwohl Lea, Alex, Emily und ich im gleichen Programm sind, sehen wir uns nur selten, da die Stationen meistens an unterschiedlichen Standorten liegen. Natürlich tauschen wir uns aus und Skypen regelmäßig, aber das kann – wie jeder (Geisteswissenschaftler) weiß – eine persönliche Interaktion nie ganz ersetzen.

Für mich hätten die Themen des Trainings nicht passender sein können. Ich habe gerade meine dritte Station in der strategischen Unternehmensentwicklung der Mediengruppe RTL Deutschland angefangen und schon jetzt zeichnet sich ab: Change is all around.