RTL Factory: Das CMP zu Gast in Berlin

RTL Factory: Das CMP zu Gast in Berlin

In Berlin regnete es am Montagmorgen, der Prachtboulevard Unter den Linden war eine Großbaustelle. Klitschnass und gerade noch rechtzeitig fiel ich zum Auftakt des RTL Factory Events auf meinen Platz. Ein Sweatshirt lag bereit: „TEAM RTL“. Kurzes Lächeln, ich fühle mich wie undercover unterwegs. Meine erste Station im Creative Management Program bei der RTL-Tochterfirma AdConnect war seit einigen Wochen vorbei und ich hatte mich inzwischen in meiner zweiten Station bei der BMG gut eingelebt. Aus „TEAM TV“ war für mich also „TEAM Musik“ geworden.

So kam die Einladung zum RTL Factory Event überraschend in einen langen Vormittag geflattert, an dem ich an einem Best Practice Guide für Artists Channel auf YouTube schrieb. Richtig! Da war ja etwas, in der letzten Station, die sich bereits Jahre entfernt anfühlte. Da gab es die Einladung, an Online-Modulen zum Thema Fake News und Social Media teilzunehmen. Da war der Aufruf gewesen, ein Produkt zum Thema Media Literacy für 15-19-jährige zu entwerfen. Und jetzt die Frage, ob ich nicht Lust hätte, an den online gepitchten Produkten gemeinsam mit Kollegen aus dem gesamten RTL-Kosmos bei einem Hackathon zu arbeiten.

So schlüpfte ich also für das Event noch einmal zurück in meine Rolle als Strategic Marketing Trainee bei RTL AdConnect – inklusive „TEAM RTL“-Sweater.

 

Ein Maskottchen als Schnittstelle

Nach einer herzlichen Willkommensrunde im Namen der RTL Group und einer Runde Kaffee starteten wir in die erste Aufgabe. Lehrbuchgerecht vereinte man hier Team Building und Design Thinking. Mein Team bestand aus zwei UX-Designern der RTL Nederland und zwei Journalistinnen des französischen Partnersenders M6, vor uns auf dem Tisch ein Haufen Lego-Steine und die Aufgabe, ein Team-Maskottchen zu bauen. Meine Aufgabe: „Lege die Grundsteine.“ Die Aufgabe war nicht schwer, im Gegenteil, sie vereinte viele Aspekte meiner Zeit im CMP: weder das schnelle französisch-englische Sprach-Amalgam war mir fremd, noch die Überwindung, die es kostet, vor Kollegen die Hand zu heben und zu sagen: „Ich hab‘ da eine Idee und mache mal den ersten Aufschlag.“

Ersteres kannte ich gut aus dem internationalen Team der AdConnect, wo Köln, Paris und London oft zu Skype Calls zusammenkamen. Meine zweite Station bei BMG erfordert zudem immer wieder einen Funken moxie. Eine selbstbewusste Attitüde, die Lust an kreativer Improvisation und der Mut, frech die Hand zu heben und Ideen einzubringen. Und in Sekundenschnelle semi-marktreife Ideen aus dem Nichts zu zaubern war ja sogar eine der Aufgaben im CMP-Bewerbungsprozess gewesen, wie meine Kollegin Michelle HIER erzählt.

Die Uhr tickte und es gab am Montag mehr als genug zu tun.  Ich räusperte mich: „Hey Guys, how about…“  Und so wuchs unser Maskottchen zu einem freundlichen Alien heran, das für den Rest des Hackathons zwischen den Motivations-Keksen wohnte.

 

Höchste Konzentration, Stunt-Shootings und Poke Bowls

Für die nächsten anderthalb Tage zerbrachen wir uns den Kopf über eine plattformübergreifende Kampagne, die die schnellen Spaß-Elemente der Instagram-Story mit Long-Form-Content auf YouTube verbinden sollte. Die RTL Group hatte schließlich dazu aufgerufen, Mittel und Wege gegen Desinformation und passive Mediennutzung zu finden. Genau das erforschten wir mit Hilfe von Jessica Piotrowksi, Professorin für Youth & Media Entertainment, einigen Berliner Schülerinnen und mit Anregungen aus dem gesamten „Team RTL.“

Am eindrücklichsten war es zu sehen, wie fokussiert und engagiert sich die einzelnen Teams in ihren Projekten vertiefen konnten. Gleichzeitig kam man immer wieder in internationalen, diversen Sitzrunden zusammen, um Netzwerke zu erweitern und festzustellen, wie viele Gemeinsamkeiten zwischen den RTL-Töchtern doch herrschen. Spätestens beim Lunch standen Jury-Mitglieder gemeinsam mit United Screens Trainees und Kollegen des CBC Teams zusammen und diskutierten neben der Mediennutzung der Generation Z auch die servierten veganen Poke Bowls. Die wenigen Stunden, die zwischen Team Building und Abgabe lagen, verbrachten wir mit Diskussionen, Testversionen und gelegentlichen Konfetti-Kanonen – und als wir eine Stunde vor Abgabe im Foyer der Bertelsmann Hauptstadtrepräsentanz ein impromptu Stunt-Shooting auf der Marmortreppe einlegten, wuchs die Anspannung – nicht nur beim Haussicherheitsteam.

Am Ende konnte natürlich nur ein Team auf dem ersten Platz landen. Doch hier kamen die Sweatshirts wieder zum Einsatz: es war offensichtlich, dass „Team RTL“ gewinnen würde, egal, mit welcher Idee. Das Gewinnerteam beschrieb die Jury dann mit folgenden treffenden Worten:

“Check Norris” is a digital educational game for young news consumers which places the user in the position of a journalist. It playfully increases media literacy of the user in an engaging and fun way and engages the player to safely navigate through the internet and learn to distinguish credible content from online disinformation.“

Zum Abschlussfoto auf der Dachterrasse schien die Sonne, LinkedIn-Connections wurden geschmiedet und WhatsApp-Gruppen ins Leben gerufen. Denn wer einmal zusammen am Ende eines langen Hackathon-Tages Silent Disco gespielt hat, der bleibt in Kontakt.

Als Undercover-Agentin habe ich mich nicht mehr gefühlt – dafür umso sicherer, dass firmenübergreifende / crossdivisionale Programme wie das CMP und Events wie der Factory Hackathon wichtige kreative Impulse setzen. Diese Crossover bringen bereichernde Impulse und Gespräche ins Rollen, egal ob auf Deutsch, Englisch oder Französisch, ob bei Skype oder im verregneten Berlin bei Club Mate und Poke Bowls.