Von „Irgendwas mit Medien“ zu „Create Your Own Career“ – Der Weg ins Creative Management Program

Von „Irgendwas mit Medien“ zu „Create Your Own Career“ – Der Weg ins Creative Management Program

Freitag, 29.6.2018, früher Nachmittag. Ich sitze gerade mit einer Kollegin in einem Termin, die ich bereits vorgewarnt habe, dass ich mit ein bisschen Glück einen Anruf entgegennehmen muss. Als mein Handy dann tatsächlich klingelt, kann Lisa am anderen Ende der Leitung mein Grinsen vermutlich bis nach Gütersloh spüren. Da ist sie endlich: Die Zusage für das Creative Management Program von Bertelsmann.

Spulen wir etwas in der Zeit zurück, zum Spätsommer 2016. Die erste Ausschreibung für das CMP war gerade online und ich habe mich erst mal ziemlich … geärgert. Die Beschreibung des CMP klang zu 100 Prozent nach dem, was ich mir für mich nach meinem Master vorgestellt habe. Den sollte ich planmäßig im Oktober 2017 abschließen. Start des Programms: April 2017.

Knapp eineinhalb Jahre und einen Google Alert später dann die Vorfreude. Es gibt eine zweite Runde des CMP. Ein paar intensive Abende später und der aktualisierte CV ist mitsamt Anschreiben und Zeugnissen abgeschickt. Dann heißt es erstmal warten und hoffen.

 

Nach dem Anschreiben ist vor dem Online-Test

Binnen weniger Tage nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist bekomme ich eine Mail, in der ich zum Online-Test eingeladen werde. Der Test ist in drei Bereiche aufgeteilt: Sprache, Logik und ein numerischer Teil. Ich bin vor dem Test ziemlich nervös, vor allem vor dem numerischen Teil habe ich großen Respekt. Durch ein paar Beispiel-aufgaben kann ich mich an den Fragentypus gewöhnen – das Ganze läuft auf Zeit. Beruhigt, was den Sprach- und Logikteil angeht, aber mit noch größerem Respekt vor dem numerischen Teil, starte ich in den eigentlichen Test. Eine knappe Dreiviertelstunde später ist der Test geschafft – und ich auch.

 

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Insgesamt ist es dann ziemlich gut gelaufen. Knapp zwei Wochen nach dem Test werde ich mit 35 anderen Bewerbern zum Auswahltag nach Berlin eingeladen. Der Auswahltag ist der dritte und letzte Schritt im CMP-Bewerbungsprozess: Bewerbung – Online-Test – Auswahltag.

Auf zwei Tage aufgeteilt, dürfen wir in zwei Gruppen jeweils einen spannenden und intensiven Auswahltag erleben. Ohne vorab zu wissen, wer die anderen Teilnehmer sind, finden sich am Morgen im Hotel zügig kleinere Gruppierungen zusammen. Junge Menschen im Business-Dress, die überpünktlich und etwas nervös in der Hotellobby warten, sind leicht zu erkennen. Schnell stellt man fest: Über ein paar Ecken kennt man die gleichen Menschen: Kommilitonen aus dem Bachelor der einen waren Kommilitonen im Master des anderen, man hat sich schon mal auf einer Feier gesehen. Alle sind sehr nett und offen, von Konkurrenz ist in dem Moment – so wie den ganzen Tag über – nichts zu spüren.

Gemeinsam gehen wir in das gegenüberliegende Gebäude, in dem der Auswahltag stattfindet. In der Location angekommen, stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass dort ganz schön viele Menschen auf uns warten. Da die Verwunderung vermutlich kurz in unseren Gesichtern zu sehen ist, werden wir schnell aufgeklärt, was es damit auf sich hat. Durch ein Rotationsprinzip nach jeder Aufgabe soll sichergestellt werden, dass wir möglichst viele unterschiedliche Personen kennenlernen und sich dadurch ein unabhängigeres Bild von uns als Kandidaten ergibt.

Der Tag ist in vier große Aufgabenblöcke aufgeteilt:

– eine Präsentation

– ein Rollenspiel

– eine Gruppenaufgabe mit zwei weiteren Bewerbern

– ein persönliches Gespräch

Da der ganze Tag durch das Rotationsprinzip zeitlich sehr gut durchgeplant ist, ergeben sich immer mal wieder freie Zeitslots, in denen man sich kurzzeitig erholen und mit den anderen Bewerbern austauschen kann. Über den Vormittag sind auch Mirijam und Eva aus der ersten Kohorte des CMP anwesend, sodass wir Gelegenheit haben, die beiden über das Programm auszufragen. Diese kurzen Pausen und der Austausch mit den anderen helfen mir sehr, die Stresssituation des Auswahltages gar nicht als solche wahrzunehmen. Insgesamt herrscht eine lockere Atmosphäre und alle gehen sehr nett, offen und fair miteinander um – Geisteswissenschaftler eben.

Um die Wartezeit bis zum Feedback zu überbrücken, trifft sich die Gruppe nach den gemeisterten Aufgaben in einem nahegelegenen Biergarten. Trotz Auswahltag ist es schließlich ein traumhaft schöner Sommertag. Sichtlich erleichtert tauschen wir uns bei einem kühlen Getränk über die Ereignisse des Tages aus. Die Gruppe wird zunehmend ausgedünnt, da jeder Teilnehmer ein persönliches Feedback bekommt. Dabei geht es nicht um eine Tendenz zur Zu- oder Absage für das CMP, sondern um eine individuelle Rückmeldung über wahrgenommene Stärken und Schwächen. Ich weiß dieses individuelle Feedback sehr zu schätzen. Bei 36 Bewerbern ist ein persönliches Feedback alles andere als selbstverständlich.

 

Man sieht sich immer zweimal …

Zum Abschluss gibt es noch ein leckeres Abendessen mit allen Bewerbern des Tages und den Vertretern von Bertelsmann. Bei gegrilltem Gemüse, Couscous und anderen mediterranen Köstlichkeiten können wir uns in lockerer Atmosphäre unterhalten und vergessen dabei fast, dass unser Gegenüber uns noch vor wenigen Stunden genau unter die Lupe genommen hat. Am nächsten Morgen sitze ich mit ein paar anderen Kandidaten beim Frühstück zusammen. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt und verabschieden uns mit den Worten „Vielleicht sehen wir uns dann ja in ein paar Monaten wieder“. Eine von den Anwesenden beim Frühstück ist Emily. Wir haben uns dann im Oktober zum Start des CMP in Gütersloh tatsächlich wiedergesehen.